TSK
Teen Spirit Köpenick: Abriss zur Entstehung und Entwicklung
Anfang 2006 kam in den Köpfen einzelner Wuhlesyndikat Mitglieder die Idee auf, die Jugend auf der Waldseite zu bündeln und ihnen den leichteren Zugang zur Ultraszene zu ermöglichen. An sich schon merkwürdig der spürbare Zuwachs an Jugendlichen in unserem Block zu dieser Zeit, da Union in der Oberliga ein begrenzt attraktives Dasein fristete mit unspektakulären Gegnern auf Spielfeld und Rängen. Faktoren wie billigere Eintrittspreise, vermehrte Freitags(heim)spiele sowie Auswärtsfahrten, die allesamt mit Regionalzügen bestritten werden konnten, spielten beim zunehmenden Interesse an Union der jungen Leuten wahrscheinlich eine Rolle. Die Meinungen unserer Gruppenmitglieder waren jedenfalls ziemlich eindeutig… wir mussten diese Chance einer Jugendgruppe am Schopfe packen, um Ultra Köpenick weiter voranzutreiben! Jedoch nicht ohne schlüssiges Konzept, für welches man Ideen und Vorschläge nach und nach zusammen trug. An einem Samstagnachmittag im Juni 2006 kam es dann zu einem Treffen in kleinerer Runde bei einem führenden WS-Mitglied zu Hause. Wir arbeiteten das Konzept eines „Sammelbeckens für ultraorientierte Jugendliche“ aus und einigten uns über viele Eckpunkte.
Nach einem Heimspiel Anfang September fand dann ein Basteltag statt, zu welchem man per Waldseite und Mundpropaganda alle interessierten Jugendlichen in unsere Räumlichkeiten einlud. Die Beteiligung von ca. 30 Leuten war okay und neben dem Fähnchenbasteln kam man mit einigen Jungschen ganz gut ins Gespräch und stellte fest, dass einige echt gut Ahnung von der Materie Ultra hatten. Andere hingegen gar nicht. Wir konnten diesen Tag jedoch als Erfolg verbuchen und der erste Schritt zur Jugendgruppe war getan. Was allerdings noch fehlte, war ein Name für die Gruppe. Ursprünglich sollte dieser auf jeden Fall eine direkte Verbindung zum WS haben… trotz Buchstaben Hin- und Herschieberei fehlte aber einfach die zündende Idee. „WasserSuppe“, „Patenkinder“, „nachWuchS“ oder „WaghalSig“ standen bspw. im Raum. Nach 3-4 weiteren Lagertagen, an denen die Jugendlichen uns erneut unterstützten, lud man dann alle zum inoffiziellen Gründungstreffen der Jugendgruppe ein. Dabei gab´s eine Abstimmungsliste mit den relevanten Namen, die einmal herum ging und jeder vom Nachwuchs durfte quasi eine Stimme abgeben. Teen Spirit Köpenick kam dann heraus. Eine Idee, die sich erst 3-4 Tage vorm Treffen entwickelte und einige Zweifel bezüglich des Begriffs „Teen“ mit sich brachte. Doch die Entscheidung war gefällt und die ersten Mitgliedsanträge wurden unterschrieben. Somit ist dieser Tag, der 11.10.2006 auch das Gründungsdatum von TSK.
Die Anfangszeit war natürlich geprägt von Selbstfindung. Die erste Zaunfahne wurde an einem Freitagnachmittag gemalt und halbnass stolz mit zum Union-Liga-Spiel der Ultras mitgenommen und präsentiert. Nach 2-3 Spielen, wo sie hing, schaffte es TSK, eine optisch schickere Zaunfahne zu malen. Zum Glück, denn die allererste war nun wahrlich keine Glanztat und wurde erst zum dreijährigen Jubiläum in Aachen das nächste Mal der Öffentlichkeit wieder präsentiert. Ganz interessant damals, wie verstreut in Berlin die ca. 25 Mitglieder der Anfangszeit wohnten. Zehlendorf, Treptow, Bernau, Marzahn (ein Großteil kam aus diesem Bezirk damals!) und nur sehr wenige wohnten wirklich in Köpenick. Dies erschwerte vielleicht die Anfangszeit etwas. Zum Ende der Saison stellte TSK die erste Choreo auf die Beine. Für heutige Verhältnisse sicher alles andere als ein Lichtblick, aber Erfahrungen müssen gemacht werden und bringen einen schließlich voran. Die ersten Kandidaten bekamen nach dem ersten Jahr das Angebot, zum WS hinzuzustoßen, was dann auch geschah. Generell kann man dazu sagen, dass es von jedem TSK-Mitglied das Ziel ist, irgendwann zum Wuhlesyndikat zu kommen.
In der Folgezeit gingen Personen, andere kamen hinzu. Man konnte nach etwa einem Jahr das Resumé ziehen, dass von unserer ursprünglichen Idee, nämlich der eines „Sammelbeckens für ultraorientierte Jugendliche“ abgewichen wurde und sich für den Weg Qualität statt Quantität entschieden wurde. Zeitweise bestand die Gruppe nur noch aus 16 oder 17 Mitgliedern, was dies noch einmal gut verdeutlich. Doch da TSK ein extrem zusammen geschworener Haufen war, sah man absolut keinen Bedarf, daran was zu ändern und ließ sie diesen Weg einer eigenständigen Gruppe fortführen. Am letzten Spieltag der Saison 07 / 08 gab es erneut eine Choreo, die rein optisch ein Quantensprung zur ersten Aktion darstellte. Man konnte enorm stolz auf die Jungs sein und gerade in dieser Saison wuchsen die beiden Gruppen durch viele gemeinsame Erlebnisse und regelmäßige Abendgestaltungen enorm zusammen. Mehrere Schritte nach vorne machte währenddessen die Szene auch im Bereich „Streetart“, woran mehrere TSK-Mitglieder einen großen Anteil hatten und haben.
Verschiedene Talente einiger TSK’ler kristallisierten sich nun immer mehr raus, insbesondere was das Merchandise anging, hatten die Mitglieder nun durch 1-2 Personen enorm schicke Sachen am Körper, bspw. den Seidenschal. Die Saison im Jahnsportpark war bekanntermaßen zwischendurch von ganz schöner Lethargie geprägt, wo sich wohl keine Gruppe rausnehmen kann. Auch bildeten sich in dieser Zeit immer mehr kleine Gruppen von Jugendlichen, die ihren eigenen Weg gehen wollen. Der Kontakt wurde seitens TSK gesucht und versucht auszubauen… leider sehen nur Teile der anderen Gruppen ihren Weg in „Ultra“, so dass eine Bindung an TSK nicht erfolgen konnte. Jedoch kennt man sich und weiß immer mehr, wie diese kleinen Gruppen ticken.
Nach diesem erfolgreichen Jahr im Jahnsportpark spielte Union nun in der 2. Bundesliga und endlich wieder im Stadion An der Alten Försterei! Ein wichtiger Schritt hierbei für unsere Jugendgruppe, dass die Heimfahne nun am Zaun vor der Waldseite hängen kann, da durch den Umbau und den Wegfall eines Fluchttores mehr Fahnenplätze zur Verfügung stehen. Zuvor hing sie zumeist auf Höhe der Mittellinie, was natürlich alles andere als ein guter Platz für eine Ultrafahne war. Ein Highlight war mit Sicherheit das Geburtstags-WE zum 3jährigen im Oktober 2009! Nachmittags startete ein Dampfer mit 50 Leuten beider Gruppen + einigen Einzelpersonen und abends stieg eine sehr geniale und spaßige in Eigenhand organisierte Fete. Geniale Stunden! Eineinhalb Tage später gegen Fürth aufn Montag eine sauber durchgeführte TSK-Choreo, die erneut eine Steigerung in Größe und Schwierigkeitsgrad darstellte.
Wenn man überlegt, dass nun fast 4 Jahre vergangen sind seit den ersten Gedanken an eine Jugendgruppe und der Gegenwart, ist das eine verdammt lange Zeit, die einem noch gar nicht so lange vorkommt. Wir sind stolz auf unsere damalige Entscheidung und natürlich auf unseren Nachwuchs und hoffen, dass der eingeschlagene Weg von ihnen weiterhin konsequent gegangen wird!
Wuhlesyndikat 2002
(im Dez. 2009)